Geschätzt, begehrt, vergessen – und wieder neu entdeckt

Die Speick-Pflanze ist nicht nur eine botanische Rarität. Sie hat auch eine im buchstäblichen Sinne faszinierende Wirkungsgeschichte – über viele Jahrhunderte hinweg geschätzt und geradezu verehrt.

Die Pflanze fand schon zu vorchristlichen Zeiten im Römischen Weltreich und in Palästina Verwendung – obwohl weite Handelswege dafür in Kauf genommen werden mussten. Als gesichert gilt auch, dass der Speick in Form von Duft- und Pflegeölen sowie als Medizin lange Zeit im Orient begehrt war. Der Legende nach kurierte der Arzt Galen das Magenleiden seines Patienten, des Kaisers Marc Aurel, mit einem Speick-Auszug in Oliven- oder Mandel-Öl.

In der Renaissance empfahl der Gelehrte Pietro Andrea Mattioli in seinem ‚Kreutterbuch’ eine Mischung aus Wein und Speick als magenheilsames Mittel, das wohl gleichzeitig Nieren und Blase stärken sollte. Mattioli beschrieb auch die regen Handelsbeziehungen nach Syrien und Ägypten über die Umschlagplätze Venedig oder Genua – der Speick war folglich ein wahrer "Globetrotter".

Entspannend und belebend zugleich

Dem Speick wird bereits in historischen, sogenannten "Drogenbüchern" nachgesagt, beruhigend auf das zentrale Nervensystem und zugleich anregend auf das vegetative Nervensystem zu wirken und zu harmonisieren. Was wir heute an der Wirkung der Speick-Pflanze so bewundern, wurde bereits in früheren Zeiten erkannt und geschätzt: Der Speick entspannt demnach, ohne müde zu machen – und belebt zugleich Körper und Geist.

Mitte des 19. Jahrhunderts – im Zuge der wachsenden Industrialisierung – machte man in Europa nur noch selten Gebrauch von der Speick-Pflanze. Ganz anders im Orient: Dorthin wurden nach wie vor große Mengen exportiert. Schließlich geriet die Pflanze in Europa fast gänzlich in Vergessenheit.

Die Wiederentdeckung in den 1920er Jahren für die Naturkosmetik

Walter Rau entdeckte den Speick in den 1920er Jahren wieder und war augenblicklich fasziniert. Er beschloss, die einzigartige Pflanze in eine sanfte, natürliche Seife zur Körperpflege einzuarbeiten: die Speick Seife war 1928 geboren.

1936 wurde die Speick-Pflanze unter Naturschutz gestellt, da nach jahrhundertelangem Raubbau ihre Ausrottung befürchtet wurde. Schließlich bekräftigte eine wissenschaftliche Studie in den 1990er Jahren jedoch, was die Almbauern seit jeher intuitiv wissen: Die Pflanze vermehrt sich am allerbesten, wenn sie in Teilen und damit nachhaltig geerntet wird – so wie durch unsere kontrolliert biologische Wildsammlung.

Auf diesem nachhaltigen Weg setzt diese besondere, hochalpine Speick-Pflanze in jedem unserer Naturkosmetik-Produkte ihre einzigartige Wirkungsgeschichte fort. Das freut uns sehr und macht uns auch ein wenig stolz.